Folge 021: Interview mit Stefan Albus, der uns im Interview vom Zusammenhang zwischen dem Jakobsweg und einer geöffneten Käfigtür erzählt

Der Weg zurück ins Leben Podcast – von und mit Christina Bolte und ihrem Interview-Gast Stefan Albus

Interview-Partner Stefan Albus

Interview-Partner Stefan Albus

Mein heutiger Interviewpartner ist Dr. Stefan Albus, aus Nordrhein-Westfalen aus der Gegend von Köln.

„Einfach mal aus dem Alltag ausbrechen – und schauen, was das so macht“, dachte der Chemiker und freie Fachjournalist Stefan Albus, als er das erste Mal vom Pilgern hörte. Und doch dauerte es noch ein paar Jahre, bis er sich 2009 tatsächlich auf den Jakobsweg  begab.  Für 3 1/2 Wochen war er unterwegs, „von der Haustür weg“ in Herne bis nach Trier.

Auch bei ihm hat das Pilgern einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Nach dem Pilgern auf dem Jakobsweg hat er im Leben Einiges verändert und sich ein paar lang ersehnte Träume erfüllt.

Aber höre selbst, was er von seinem Weg heute berichtet:




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Deine schönste Erfahrung auf dem Jakobsweg:

1. Ich habe gelernt, die meisten Menschen sind hilfsbereit, freundlich und offen. Und es kann eigentlich nichts passieren heutzutage, denn es gibt überall Menschen, die einem helfen.
2. Nach einem völlig verregneten Pilgertag in ein einfaches, warmes Zimmer zu kommen  – und zu merken, wie wenig man braucht, um im Leben wirklich glücklich zu sein. Ein paar Dinge, die man im Rucksack herumtragen kann, ein Dach über dem Kopf, ein Bett und ’ne Heizung.

Deine größte Lernerfahrung auf dem Jakobsweg:
Hatte ich oben schon genannt, und drittens, daß es sehr viele Menschen gibt, die vielleicht so eine Art Sehnsucht im Herzen haben. Ich weiß nicht, ob das ein Lerneffekt ist, aber ich glaube, man lernt die Menschen besser ein Stückchen besser kennen.

Deine größte Angst für die Zeit nach der Rückkehr:
Also, an Ängste kann ich mich gar nicht so erinnern. Eher so ein ungutes Gefühl – man merkt so, allein schon das Räumliche – man hat drei Wochen mehr oder weniger unter freiem Himmel verbracht und dann sitzt man das wieder so in seinem Büro und muss sehen, dass Kohle reinkommen. So dieser Kontrast zwischen sich selbst begegenen, alles ist möglich und man möchte die Welt umarmen und dann sitzt man wieder gefangen in seinem Käfig. Aber ich glaub, dieser Kontrast der setzt bei vielen Leuten auch Kräfte frei…

Was hast Du an Deiner Lebensgestaltung oder Deinem Alltag geändert:
Das waren keine Entwicklungen, die von jetzt auf gleich waren. Man entwickelt ein Gespür dafür, was tut einem gut und was einem nicht so gut tut. Daraus resultiert dann auch die Kraft, ich fange jetzt mal an, Dinge aus meinem Leben zu werfen, die mir nicht so gut tun. Das tut total gut!
Ich hab 2010 meinen ersten Marathon gelaufen, bin später dann vor drei Jahren wieder zurück nach Köln gezogen. Und ich wollte immer ein Buch schreiben. Aber ich bin so erzogen, dass man nur das macht, wofür man ein Diplom hat, und ich war nun Chemiker. So während dieser Pilgerreise kam mir das Gefühl: Eigentlich ist das hier ein Roman, in dem ich die Hauptrolle spiele!
So ist das Buch „Santiago liegt gleich um die Ecke“ erschienen – und der Verlag wollte dann gleich noch eines.
Das fast wichtigste war, dass ich mich immer kreativ betätigen wollte – und so hab ich angefangen, Kunststücke zu sammeln am Rhein und die so mit Blattgold zu bearbeiten…

Blitzlicht-Runde:

Die Essenz Deines Jakobsweges in einem Satz:
Man darf Vertrauen haben.

Was war der wichtigeste Schritt, der Dich über Deinen Wendepunkt hinaus gebracht hat:
Über den möchte ich hier nicht sprechen.

Die Ressource, die für Dich persönlich einen hohen Mehrwert hatte:
Ich sag mal, gute tiefsinnige Gespräche mit Menschen, die einem wohl gesonnen sind.

Deine beste Buchempfehlung:

Betty Blue von dem Franzosen Philippe Djian

Außerdem hab ich meine Erfahrungen über meinen  Jakobsweg in meinem ersten Buch zusammen gefasst: Santiago liegt gleich um die Ecke

Cover_Santiago liegt gleich um die Ecke

Empfehlung: Santiago liegt gleich um die Ecke von Stefan Albus

und später auf Wunsch des Verlages noch das Buch:
Jakobsweg – und dann? Was Pilgern mit Menschen macht

Jakobsweg - und dann? von Stefan Albus

Empfehlung: Jakobsweg – und dann? von Stefan Albus

(Hinweis: Eine persönliche Rezension des zweiten Buches von Stefan Albus hörst Du in der nächsten Folge)

Dein Tipp oder Deine Lebensweisheit für unsere Zuhörer:
Mach das, was Dir Spaß macht und verstell Dich nicht. Du wirst feststellen, wie viele Menschen Dich deshalb mögen. Hab keine Angst vor der eigenen Courage!

Deine Kontaktadresse bzw. Webseite:
http://www.stefan-albus.blog.gtvh.de/ – die Autorenseite des Autors Stefan Albus

http://www.atelier-albus.de/ – die Webseite des Künstlers Stefan Albus

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