Folge 058 Interview mit Tim Helm, der seine Heilung von seiner Krebserkrankung als schönen Prozess beschreibt

Der Weg zurück ins Leben-Podcast – von und mit Christina Bolte – und ihrem Interview-Gast Tim Helm.

Tim Helm

Mein heutiger Interview-Gast ist Tim Helm, Inhaber einer Servicegesellschaft für Finanzdienstleister aus Gröbenzell bei München.
Mit 38 Jahren, mitten in der Blüte seines Lebens, war er beruflich erfolgreich, führte er ein stressiges aber subjektiv zufriedenes Leben – bis er 2006 einen Knubbel unter seinem Arm
entdeckte, der später als Non-Hodgkin-Lymphom diagnostiziert wurde, also Lymphdrüsen-Krebs.
Nach dessen operativer Entfernung fühlt er sich zunächst von der Schulmedizin im Stich gelassen, denn seine Erkrankung wird als „unheilbar“ eingestuft. Man kann nichts mehr für ihn tun, außer palliative Maßnahmen und regelmäßig zu kontrollieren.

Dadurch erwachte seine Eigenverantwortung – und was erstmal ungewöhnlich klingt:
Er beschreibt seinen Heilungsprozess  als „schönen Prozess“.

So stellte er beispielsweise fest, wie er durch drei einfache Verhaltensänderungen nicht nur seinen Krebs los wurde, sondern sein Leben in eine ungeahnte Lebensqualität führte.

 

Deine größten Ängste während Deiner Auszeit:
Dass es nicht funktioniert, nicht unbedingt vor dem Sterben an sich, sondern eher vor dem Weg dorthin. Obwohl ich sehr schnell jeden Tag eine Verbesserung meines Wohlbefindens wahrgenommen habe. Ich habe bald wieder mehr Sport gemacht und bin jeden Tag laufen gegangen.
Die Auseinandersetzung mit dem Sterben ist für Krebspatienten ganz wichtig, ebenso wie auch die Auseinandersetzung mit den eigenen Glaubenssätzen.

Deine größte Hoffnung für die Zeit nach der Diagnose:
Dass das Leben besser wird als vorher. Letztlich hab ich gemerkt, dass ich vorher immer sehr außenorientiert war, Status bedeutete mir vorher viel.
Mittlerweile habe ich gemerkt, was MIR überhaupt wichtig ist, nämlich g
esund alt zu werden, gemeinsame Zeit und Aktivitäten oder Reisen mit der Familie.

Was hst Du an Deiner Lebensgestaltung oder Deinem Alltag verändert:

Also, das Thema Ernährung setze ich beispielweise nach wie vor um, wenn auch natürlich nicht mehr ganz so konsequent, da gibt es nun mittlerweile wieder mal Ausnahmen.
Dann natürlich auch das Thema Achtsamkeit für den Körper, und auch die mentale Ausrichtung, was sich auch daran zeigt, dass ich in einer Branche, die seit 2008 mehr oder weniger in der Krise ist, einer der wenigen Verbleibenden bin.
Und natürlich die Erkenntnis, dass Beziehungen der Schlüssel zum Glück sind – und dafür nehme ich mir jetzt gerne Zeit.


Die Meilensteine auf dem Weg in Dein neues Leben:
Die heiße Phase der „Heilung“ hat etwa 12 Monate gedauert, und die Meilensteine entsprachen etwa den 3-monatigen Kontrolluntersuchungen. Nach 3 Monaten ergab sich „kein weiteres Wachstum“, nach 6 Monaten wurde „ein Rückgang vermutet“, da wusste ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Das hat mir natürlich die größte Angst genommen. Nach 9 Monaten wurde „der Rückgang bestätigt“ und nach 12 Monaten war sicher, dass „nichts mehr zu finden“ war.

Blitzlicht-Runde:

Die Essenz Deiner Krankheit in einem Satz:
Es geht mir mit jedem Tag, in jeder Hinsicht besser, besser und besser.

Der Schritt, der Dich über Deinen Wendepunkt hinaus gebracht hatte:

Die eigentliche Schockdiagnose „Krebs“ selber.
Das war der Hammer, den ich zum Aufwachen gebraucht habe.

Deine besten Buchempfehlungen:

Meine Lebensweisheit:
Gestaltet Euer Leben mit jedem Tag, in jeder Hinsicht besser, besser und besser
und seid bereit Verantwortung für Eurer leben zu übernehmen.

Deine Kontaktadresse bzw. Webseite:
Da würde ich die Webseite meiner Frau Michaela empfehlen: Unter www.ganzheitliche-krebsberatung-muenchen.de  findest Du die Kontaktdaten und weitere Informationen.



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Folge 044: Interview Doris Musill, die in ihrem Hotel Lebensfreude Auszeiten für Krebspatienten schafft

Der Weg zurück ins Leben-Podcast – von und mit Christina Bolte.

Gastronomin mit Leidenschaft Doris Musill

Mein heutiger Interview-Gast ist Doris Musill aus Bad Mitterndorf im Salzkammergut in Österreich, wo sie sich zusammen mit ihrem Mann einen Traum verwirklicht hat und nun ein eigenes Hotel führt.

Aber das war nicht immer so, denn in ihrem „früheren Leben“ war sie Krankenschwester und hat sehr lange auf der Onkologie gearbeitet. Dort – wie auch in ihrer späteren Arbeit im mobilen Palliativ-Team – hatte sie immer wieder das Gefühl, dass dort zu wenig Platz für Angehörige sei. Außerdem äußerten viele Betroffene den Wunsch , gerne mal wieder Urlaub machen zu wollen, auch mit ihren Angehörigen. So entschloss sie sich zu ihrem „Hotel-Projekt“.

Wichtige Bestandteile des Lebensfreude-Konzeptes sind die Aroma-Therapie, die sie selbst anbietet, und es ist ihr wichtig, dass ihre Gäste ihren eigenen Rhythmus leben können. Dies beinhaltet auch beim Thema Ernährung, um das sich ihr Mann kümmert, ein gelernter Koch, dass die Gäste essen können, wann sie möchte. 

Ihrer Erfahrung nach ist es essenziell, jedem ihrer Gäste zu ermöglichen, einfach Mensch zu sein.

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Folge 043: Interview mit Lydia Ulke-Foag – Vom Brustkrebs zum Herzweg, Jetzt!

Der Weg zurück ins Leben-Podcast – von und mit Christina Bolte.

Herzweg-Finderin Lydia Ulke-Foag

Herzweg-Finderin Lydia Ulke-Foag

Meine heutige Interview-Partnerin ist Lydia Ulke-Foag, eine Grund- und Hauptschullehrerin aus München. Allerdings hatte sie schon ganz lange nicht mehr im Lehramt gearbeitet, sondern nach Familienpause und diversen Ehrenämtern zuletzt im Büro einer Landtagsabgeordneten gearbeitet, in einer sehr eigenartigen Arbeitssituation, als sie die Diagnose Brustkrebs erhielt.

In diesem mutigen, ehrlichen Interview erzählt sie, dass die Frage, die wohl die meisten Betroffenen in einer solchen Situation interessiert, nämlich: „Warum ich?“ für sie gar nicht so relevant war wie eine andere, nämlich: „Warum jetzt?“ Mit dieser Frage begann ihre Auszeit.

Nachdem sich herausgestellt hatte, dass es sich bei ihr um eine sehr aggressive und schnell wachsende Form von Tumor handelte, begann sie zunächst mit der Chemotherapie, bevor sie operiert werden konnte.

Da Lydia bereits einige Jahre zuvor eine Ausbildung als Entspannungspädagogin gearbeitet hatte und auch früher schon spirituell gearbeitet hatte, erinnerte sie sich während ihrer Auszeit wieder daran und nahm für sich selbst häufig Traumreisen in Anspruch oder machte geführte Meditationen.
Außerdem erzählt sie, dass sie mit ihrem Tumor „gesprochen“ hätte, um herauszufinden, was ihr Körper ihr sagen will. Es war, sagt sie, wie einmal losgegangen auf einem Weg und dann hätte sich irgendwie eines zum anderen gefügt – die richtigen Dinge zur richtigen Zeit.
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