Folge 093: Buchrezension Lichtdurchflutete Wege

Der Weg zurück ins Leben-Podcast – von und mit Christina Bolte.

Mit der Autorin des Buchs “Lichtdurchflutete Wege” von Christiane Pappenscheller-Simon habe ich in der letzten Podcast-Episode gesprochen. Dort wie auch im Buch geht es darum, wie sie nach dem Tod ihres Mannes, dem sie sehr nahe stand, ihre Trauer verarbeitet hat.

Das Buch trägt den Untertitel “Eine Geschichte über Liebe, Hoffnung, Glaube”, und vielleicht sind Dir diese Drei aus dem 1. Korintherbrief, Kapitel und Vers 13 bereits bei einer kirchlichen Hochzeit oder als Konfirmationsspruch begegnet. Letztendlich geht es aber in dem Buch genau um diese Drei, denn für Christiane Pappenscheller spielt das Religiöse oder Spirituelle im Leben eine wichtige Rolle. Allerdings ohne dass das Buch dabei in irgendeiner Form missioniarisch wäre.

Dabei beginnt das Buch zu einem Zeitpunkt, als die Welt für Christiane und ihren Mann noch in bester Ordnung sind. Sie genießen das Leben, reisen viel und gerne und habe viele Pläne für den bevorstehenden Ruhestand. Gemeinsam alt werden, das war der Plan. Doch mit seiner Krebs-diagnose ändert sich alles, und in den ersten 180 Seiten geht es um die letzten drei gemeinsamen Lebensjahre zwischen Hoffen und Bangen – oder viel zutreffender: Zwischen Hoffnung und Liebe.

Ich glaube (das ist aber eine Vermutung), diese ersten 180 Seiten sind wichtig, um die besondere Qualität der Beziehung zwischen den beiden Ehepartnern und dadurch den Rest des Buches besser verstehen zu können.
Der weitere Teil des Buches handelt davon, dass Christiane zu ihrer Freundin nach Bali fährt und wie es ihr dort gelingt, ihre Trauer zu überwinden und zuversichtlich in ihr weiteres Leben zu Hause zu blicken. Sie beschreibt dort verschiedene Elemente (Alleinsein, Natur, Bewegung, Gemeinschaft, Gefühle auszudrücken, durch Worte, Bilder und auch Tanz etc.), die ihr dabei geholfen haben – von denen ich aber sicher bin, dass sie auch anderen Menschen in vergleichbaren Situationen helfen können.

Beim Lesen von Christianes Geschichte wird sehr anschaulich deutlich, …



…ohne dass sie dies so sagt, wie wichtig das Thema Akzeptanz ist, um ein schlimmes Ereignis (Tod/Trauer/Verlust…) verarbeiten zu können. So lange man (und das sind jetzt meine Worte) “etwas nicht wahrhaben” will, “etwas ungeschehen machen” will, den anderen “zurück haben” will, ist es so, als ob man mit einem Fuß in einer offenen Tür festgenagelt ist: Man kommt weder zurück in das alte Leben – noch vorwärts in ein neues Leben.
Wichtig ist – dass diese Akzeptanz nicht von außen “erzeugt” werden kann. Gleichzeitig, gibt es natürlich ganz vielfältige Wege, wie einem das gelingen kann, und jeder und jede muss den Weg und das Tempo finden, dass ihm oder ihr entspricht.

Gut gefallen hat mir:

  • Das Cover – macht Urlaubsstimmung!
  • Das Buch lebt von seiner bildhaften Sprache und den Dialogen. Beim Lesen hatte ich sofort viele Bilder im Kopf bzw. eigentlich waren auch die anderen Sinne angesprochen: der Geruchs- und Geschmacksinn, wenn das balinesische Essen beschrieben wird, oder der Hörsinn, wenn es um Musik geht.
    Dadurch liessen sich die 430 Seiten locker flockig innerhalb von zwei Tagen durchlesen (Ich hatte allerdings Urlaub).

Nicht gut gefallen haben mir:

  • Es hat mich gestört, dass an etlichen Stellen manchmal mitten im Satz komplette Wörter fehlten, was es mir öfters erschwert hat, mir den Sinn zu erschließen (später waren es dann nur noch einzelne Buchstaben, da war es dann etwas weniger anstrengend).
    Wenn Du da nicht so penibel bist wie ich, ist das vielleicht aber gar kein Nachteil.
  • Ich habe bis zum Schluss nicht verstanden, ob das verschwundene Telefon wieder aufgetaucht ist 😉

 

Beeindruckt hat mich:

  • Wie liebevoll, schön, bewußt und würdevoll die Familie den Zeitpunkt des Todes von Ray gestaltet hat (wenn man diese Attribute überhaupt in einen Zusammenhang mit dem Tod so nennen darf).
  • Was für ein gutes Gespür Christiane für ihre Innere Stimme hat, die Stimme, die sagte: “Male” oder “Schreibe” – und dieser nicht nur zuhörte, sondern dem Vernommenen auch auf die verschiedenen Arten Ausdruck verleiht, auch wenn man sich dann vielleicht fragt: “Was mache ich da eigentlich gerade. Das hat Christiane ja essenziell bei ihrer Trauerverarbeitung geholfen.
    Ich denke, die wenigsten von uns haben diese Klarheit (mich selbst eingeschlossen) – bin aber sicher, dass das trainierbar ist bzw. auch trainiert werden muss, damit man in Krisenzeiten darauf zurückgreifen kann.

Deshalb glaube ich, dass das Buch nicht nur für Menschen in Krisensituationen hilfreich ist, sondern eben auch für alle anderen, die sich durch das Buch inspirieren lassen wollen, ein paar solcher hilfreicher Wege für sich zu entdecken und ausprobieren zu können.

Hier noch mal der Link zum Buch * Lichtdurchflutete Wege von Christiane Pappenscheller-Simon:

Viel Spass beim Lesen!

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