Folge 102 Pino Fusaro über die Erleuchtung und den Weg zurück ins Leben.

Der Weg zurück ins Leben-Podcast – von und mit Christina Bolte sowie heute mit der Fortsetzung des Interviews mit Guiseppe ‘Pino’ Fusaro.

Pilger und Buchautor Pino Fusaro

Pilger und Buchautor Pino Fusaro

In meiner letzten Podcast-Episode habe ich mit Guiseppe ‘Pino’ Fusaro gesprochen. Dort berichtete er von seinem Lebensweg, der ihn von ganz unten (Knast) nach ganz oben (erfolgreiche Karriere in der Gastronomie und bekannter “Promi-Wirt”) und auf den Jakobsweg geführt hat. Ob es ihm dort gelungen ist, sein Ziel, die Erleuchtung, zu erlangen?

Weil unser Gespräch so lang wurde, erzählt er davon, wie es weiterging in dieser Fortsetzung unseres Gesprächs. Diesmal erzählt von seiner Suche und vor allem von einem weiteren Wendepunkten.

Ich wünsche Dir viel Spass beim Zuhören:

Eine kurze Zusammenfassung dieses Interviews wie auch die Links zu den erwähnten Büchern findest Du im Folgenden:

Mein erklärtes Ziel war, die Erleuchtung zu erlangen: beständiges Glück, Freude und Friede. Ab Juni 2007 bin ich dann von Nürnberg auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela gegangen. Nach 2-3 Wochen war ich dann so im Flow und der Frieden in Person, dass ich gedacht hab, ich bin kurz vor der Erleuchtung.

Gab es bei Dir so bestimmte Meilensteine?

Als ich in Santiago ankam, war der Zauber und der Frieden dann allerdings vorbei. Danach war ich noch in der Wüste, in den Klöstern auf dem Berg Athos und auf weiteren Wegen in Italien, Österreich und Spanien unterwegs. Ich hab gedacht, vielleicht komme ich dort zur Erleuchtung, aber das Gefühl vom Jakobsweg kam nie wieder.
Im Gegenteil, ich hatte das Gefühl, ich fiel immer weiter zurück in meiner Entwicklung.

Außerdem habe ich mir unterwegs immer so ein wenig meine eigene Religion zusammen gebastelt. Ich hab ja noch aktiv Buddhismus praktiziert und diese Übungen gemacht. Zwischendurch habe ich auch immer wieder zu Gott gebetet.

Hattest Du in dieser Phase auch Rückschläge?

In den nächsten Jahren bin ich immer wieder unterwegs gewesen. Um zu Geld zu kommen, habe ich zwischendurch immer mal wieder als Model gearbeitet, als sogenannter “Best Ager”. Das war dann manchmal so, dass ich mitten auf dem Jakobsweg einen Anruf bekam. Und am nächsten Tag stand ich dann auf dem Laufsteg oder vor der Kamera. Das hat mir schon Spaß gemacht, und gleichzeitig war das für mich wieder so ein Rückschritt. Die Aufträge, dieses im Mittelpunkt stehen, waren so eine Verführung, die mein Ego genährt haben.

Was waren das für Verführungen, bzw. was war es, das Dir Angst gemacht hat?

Das waren letztendlich diese Erwartungen, die nicht erfüllt wurden. Wenn sie dir dann sagen, Du bist in der engeren Auswahl, für so einen 20.000 Euro Auftrag, denkst Du: “Oh, das Geld könnte ich schon gerade gut gebrauchen.” Und dann entscheiden die sich doch für jemand anderen, dann ist die Enttäuschung schon groß. Das hat mir nicht gut getan, aber ich habe die Gefahr zu spät erkannt.
Das Ego ist ja die Quelle von allem Unglück und Leid. Und wenn das Ego dann keine Aufmerksamkeit und Nahrung mehr bekommt, dann fällt man leicht in eine Negativität und dann besteht die Gefahr von Depressionen.

Das große Ziel war die Erleuchtung – was passierte dann?

Der schlimmste Rückschlag begann dann im November 2010, als ich meine Tante in den USA besucht hatte. Als ich am Bahnhof ein Zugticket nach Long Island kaufen wollte, überfiel mich auf einmal so eine subtile Angst. Die wurde immer schlimmer, und dann kamen noch Panik und innere Unruhe dazu. Das ging dann sogar soweit, dass ich irgendwann sogar Selbstmordgedanken hatte. Ohne dass ich es bemerkt hatte, war ich in eine handfeste Depression gekommen. Ich konnte nicht mehr schlafen, hatte keinen Antrieb und keine Lebensfreude mehr. Ich war wie eine lebendige Leiche. Als ich dann gemerkt habe, ich tue mir was an, hab ich dann mit einem Psychiarter gesprochen.

Der hat mich dann in eine psychosomatische Klinik eingewiesen, aber am zweiten Tag bin ich vom dritten Stock runter gesprungen. Ich hatte mir zwar das Becken und die rechte Hand gebrochen, aber ich hab das überlebt. Und dann lag ich am Boden und hab mich geschämt. Nach gut einem Monat kam ich dann aus der Klinik raus. Aber die Angst, die Unruhe und die Panik waren weiterhin da. Das war ein täglicher Kampf, über zwei Jahre lang. Ich fühlte mich, wie wenn ich an eine Steckdose angeschlossen wäre. Und diese innere Stimme, die mir sagte: “Bring Dein Leben zu Ende”. Das war wie so ein Muss.

[Hinweis: Suizidgedanken sind ein ernst zu nehmendes Thema. Die Antwort aus dem Podcast von Pinos “Freundin” ist absolut fahrlässig.
Wenn Du Dich in einer akuten Krise befindest und wenn Dich ähnliche Gedanken oder ähnliche Stimmen quälen wie Pino, wende Dich bitte an Deinen behandelnden Arzt oder Psychotherapeuten, die nächste psychiatrische Klinik oder den Notarzt unter 112.
Außerdem steht Dir die Telefon-Seelsorge 24 Stunden am Tag zur Verfügung unter: 0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222.]

Was waren Deine größten Ängste in der Zeit?

Ich lebte nur in der Angst, ich WAR in der Angst. Das ein Leben in der Hölle. Ich wollte da nur aus diesem Zustand raus. Aber ich wusste durch den Buddhismus, daß es nicht gut endet. Wenn ich mir das Leben nehme, geht es der Seele trotzdem auch weiter so.

Was hat dann letztendlich den Wendepunkt gebracht?

Ich hatte den sicheren Tod schon geplant. Am Abend vorher habe ich, die Bibel lag vor mir, noch einmal zu Gott gebetet: “Was ist Deine letzte Botschaft an mich?”. Dann habe ich einfach irgendeine Seite aufgeschlagen, und die Antwort – Jeremia 30 – war wir für mich geschrieben.
Am nächsten Morgen bin ich dann um 7 Uhr in der Früh wach geworden und aus dem Bett gesprungen. Normalerweise habe ich Stunden dafür gebraucht. Die Angst, Panik und Unruhe war alles wie weg, und es war wieder Energie und Lebenskraft da. Ich bin dann erstmal 20 km Joggen gegangen. Von da an ging es mir von Tag zu Tag besser. Irgendwann wußte ich: “Ich hab es geschafft.” Auch die Tabletten konnte ich irgendwann weglassen. Heute strahle ich Freude und Liebe aus, bin dankbar, zufrieden und voll Tatendrang.

2013 hab ich dann ein paar Monate in einem Haus in Finisterre gelebt und an meinem Buch geschrieben. Ich hab dort viel gebetet, aber immer noch Buddhismus praktiziert, zusammen mit meinem Lehrer. Aber irgendwann fragte ich mich, ob es richtig sei, die beiden Religionen zu vermischen. Da hab ich Gott noch ein weiteres Mal um eine Botschaft geben. Auch diesmal habe ich eine Botschaft und Antwort in der Bibel gefunden. Gott hat mich befreit von meinen Ängsten und meinem Leiden. In diesem Moment habe ich eine klare Entscheidung für Jesus und gegen den Buddhismus getroffen. Es war, als wenn mir jemand einen ganz schweren Rucksack abnimmt.

Nun brauche ich keine Erleuchtung mehr. Ich lebe als Mensch wie jeder andere auch, es geht mir gut. Natürlich habe ich immer auch mal schlechte Tage, aber ich habe die Werkzeuge wie dich damit umgehen kann. Und ich habe ein Ziel vor Augen, das nicht von dieser Welt ist…

 

Blitzlicht-Runde:

Die Essenz Deiner Auszeit in einem Satz:
Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.

Die wichtigste Ressourcen für Dich:
Jesus – und danach Nichts.
Und Gott und der Heilige Geist.

[Anschließend erklärt Pino auf eine eindrückliche und verständliche Weise den drei-einigen Gott]

Deine besten Buchempfehlungen:

Was möchtest Du unseren Zuhörern zum Abschluss noch mit auf den Weg geben:
Bleibt cool und entspannt, geht in Beziehung mit Jesus Christus. Dann könnt ihr Euch entspannt zurücklehnen, auch in dieser Corona-Zeit, und es erwarten euch schöne, gute, segenreiche Tage.

Deine Kontaktdaten:
http://www.pino-fusaro.com/

 

 

 

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